FESTIVAL TRADITIONELLER MUSIK

Berlin, 5. + 6. November 2010
Maschinenhaus, Kulturbrauerei

Konzerte und Workshops mit in Berlin lebenden Künstlern vermitteln dem Publikum einen lebendigen Ausschnitt musikalischer Traditionen und Ausdrucksformen, in diesem Jahr aus Armenien, Iran, der Türkei, aus Bulgarien, Ägypten und Indien.

Die Entdeckung der musikalischen Weltkarte begann in Berlin im Jahr 1900, als das aus dem heutigen Thailand stammende siamesische Hoforchester auf 24 Wachswalzen aufgezeichnet wurde. Damit war der akustische Grundstein für das Berliner Phonogramm-Archiv und die Vergleichenden Musikwissenschaft gelegt, deren jüdische Gründer später durch die Nationalsozialisten vertrieben wurden. Erst 1963 erlebte die internationale traditionelle Musik in Berlin ihre Renaissance mit der weltweit beachteten Gründung des »Internationalen Instituts für traditionelle Musik« – eine Initiative von Willy Brandt gemeinsam mit dem französischen Maler und Musiker Alain Danielou, dem indischen Sitarspieler und Komponisten Ravi Shankar sowie dem Geigenvirtuosen Yehudi Menuhin. In der Folge entstanden in Berlin die wegweisenden Metamusik- und Horizonte-Festivals wie auch das vom Institut initiierte, europaweit vernetzte »Festival Traditioneller Musik«. Seit der Schließung des Instituts 1996 sind tradtionelle musikalische Formen im Veranstaltungsbetrieb weitgehend creolen, weltmusikalischen Formen gewichen. Das neue »Festival Traditioneller Musik« im Maschinenhaus der Kulturbrauerei will internationale traditionelle Musik wieder stärker in das Kulturleben der Stadt einbringen. Hierfür sollen auch die historischen, sozialen und geographischen Verknüpfungen unterschiedlicher Musikkulturen ins Blickfeld gerückt werden. Die musikalische Weltkarte weist noch viele unbekannte Schätze aus.

Einige davon werden am 5. und 6. November in der Kulturbrauerei gehoben.

Mit freundlicher Unterstützung der Kulturverwaltung von Berlin.