DIE NÄCHTE DES RAMADAN
Berlin, 13. August bis 12. September 2010
Zum dritten Mal veranstaltet Piranha Kultur zum Fastenmonat Ramadan ein großes Kulturfest. „Die Nächte des Ramadan“ laden ein, mit Konzerten, Filmen, Tanz und Literatur Einblicke in Vergangenheit und Gegenwart ganz unterschiedlicher Kulturen zu gewinnen, in denen Muslime zu Hause sind: von Marokko bis zur Türkei, von Syrien bis China. Auf der Museumsinsel, in der Kulturbrauerei und zum ersten Mal auch im „Heimathafen“ im Saalbau Neukölln teilen sich internationale und Berliner Künstler die Bühne und bieten hochkarätigen Kulturgenuss, der in dieser Mischung nur selten zu erleben ist. Zum Ende des Fastenmonats wird am 10. September die „Nacht nach Ramadan“ im Rahmen der „Berlin Music Week“ in der Kulturbrauerei mit einer Konzertnacht gefeiert und am 12. September mit einem Familienfest im Heimathafen Neukölln.
Ramadan – Zeit des Fastens und nächtlichen Feierns - liefert in zahlreichen Städten der Welt den Anlass für kulturelle Veranstaltungen nach dem allabendlichen Fastenbrechen. Neben den „Ramadan Nights“ in London und Tokio und „Les belles nuits du Ramadan“ in Paris sind auch in Berlin „Die Nächte des Ramadan“ fest im Kulturkalender verankert. Herausragende Künstler präsentieren die Kultur ihrer Länder von Traditionen der Vergangenheit bis zu modernen genre-übergreifenden Experimenten. Das Spektrum reicht von türkischer Baglama-Musik bis zu Singer/Songwriter-Kunst aus Mali, von sephardischen Klängen bis zu Fusionen von Darbuka und DJ oder Wüstengesängen und Blues, von der Präsentation musealer Schätze bis zur HipHop Performance.
Zu den Höhepunkten des Bühnenprogramms gehören der Auftritt der „Syrian Big Band“, der einzigen muslimischen Big-Band der Welt und von “Qetiq“– einer uigurischen Rock-Band. Uiguren sind eine muslimische Minderheit in Nordwestchina. Ihre Musik ist in der westlichen Welt (bisher!) so gut wie unbekannt. Ein spannendes Erlebnis verspricht auch die Performance „SEYAHAT – eine Reise“ vor der Fassade des Wüstenschlosses Mschatta im Museum für Islamische Kunst: Mit der Umsetzung von Trompeten- und Schlagzeug-Improvisationen in performatives Zeichnen mit Visuals und urbanen Tanz oder der Begegnung von HipHop-Style und Baglama-Musik schlagen Künstler aus der Türkei und Deutschland ungewöhnliche Brücken über Zeiten, Genres und Kulturen.
Veranstaltungen wie die Lesung mit Nathalie Handal, der Auftritt von Fatoumata Diawara aus Mali, die Verbindung von deutsprachigem Reggae und orientalischen Grooves bei Mellow Maroc, die Levent Yildirim Electro-Acoustic Fusion oder das Konzertprogramm aus sephardischer und islamischer Musik des Ensemble des Konservatoriums für Türkische Musik mit Solisten des Rundfunkchors Berlin und nicht zuletzt die große Konzertnacht in der Kulturbrauerei und das Familienfest zum Ende des Ramadan schaffen vielfältige Anlässe, gemeinsam zu genießen und zu feiern.
Das Kulturfest „Die Nächte des Ramadan“ präsentiert Kostproben von Reichtum und Vielfalt der Kulturen. Unsere eigene Kultur ist auf vielfältige Weise mit dem Vorderen Orient verflochten: Große Teile der heutigen „westlichen“ Musik haben hier ihre Wurzeln. Die meisten unserer Musikinstrumente haben ihren Ursprung im arabischen und persischen Raum und sind über Andalusien und Sizilien nach Westeuropa gelangt. Die „Nächte des Ramadan“ legen einen Fokus auf die Begegnung von östlicher und westlicher Kultur und bringen neben traditionellen Künsten auch moderne Synthesen - Begegnungen und Verschmelzungen unterschiedlicher Genres, Stile und Kulturen -
auf die Bühne.